Teil 2: Wie sich die Computernutzung auf den Alltag auswirkt
Im ersten Teil haben wir beschrieben, wie wir bei Fortis e. V. Menschen begleiten, deren Computernutzung den Alltag zunehmend erschwert. Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Beispiel eines Klienten, der in einer besonderen Wohnform lebt.
Er verbringt täglich sechs bis acht Stunden am Computer. Manchmal spielt er bis spät in die Nacht. An freien Tagen kann es noch deutlich länger werden. Das wirkt sich auch auf seinen Alltag aus: Er verschläft gelegentlich, vergisst Termine und schiebt Aufgaben wie Wäschewaschen oder das Putzen seines Zimmers vor sich her.
Eigentlich nimmt der Klient regelmässig an der internen Tagesstruktur teil. Trotzdem fällt es ihm nicht immer leicht, einen festen Rhythmus einzuhalten. Gemeinsam mit seiner Bezugsperson schaut er deshalb genauer hin: Welche Rolle spielt das Computerspielen für ihn? Und wie kann neben dem Spielen wieder mehr Platz für andere Dinge entstehen?
Gemeinsam den Alltag anders gestalten
Die Bezugsperson und der Klient erstellen einen Wochenplan. Darin halten sie feste Aufstehzeiten, computerfreie Zeiten, alternative Aktivitäten und Aufgaben im Haushalt fest. So vereinbaren sie konkrete Schritte, die dem Klienten helfen sollen, seinen Tag besser zu strukturieren.
Anschließend sprechen sie regelmässig darüber, wie es mit dem Plan läuft. Was funktioniert gut? Wo fällt es schwer, sich an die Absprachen zu halten? Gemeinsam schauen sie, was sich bewährt und wo sie nachjustieren müssen. Die Bezugsperson tauscht sich außerdem mit Kolleg*innen aus, damit sie die Begleitung gemeinsam abstimmen können.
Dabei geht es nicht darum, dem Klienten das Computerspielen zu verbieten. Er soll vielmehr einen Umgang damit finden, bei dem auch Termine, Aufgaben im Haushalt und andere Aktivitäten ihren Platz haben. Das braucht klare Absprachen, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, gemeinsam dranzubleiben, auch wenn nicht immer alles auf Anhieb funktioniert.