Teil 1: Wenn der Computer den Alltag bestimmt
Wer viel Zeit am Computer verbringt, verliert manchmal den Blick dafür, was daneben noch wichtig ist. Termine geraten in Vergessenheit, der Haushalt bleibt liegen und der Tag-Nacht-Rhythmus gerät aus dem Takt. Vielleicht fällt es auch schwer, sich mit anderen Menschen zu treffen oder etwas zu unternehmen, das nichts mit dem Computer zu tun hat.
Wenn die Computernutzung immer mehr Raum einnimmt und sich nur noch schwer steuern lässt, kann das den Alltag erheblich einschränken. Bei Fortis e. V. begleiten wir Menschen, deren Computernutzung den Alltag zunehmend erschwert.
Was steckt hinter der intensiven Computernutzung?
Wenn wir mit Klient*innen über ihre Mediennutzung sprechen, geht es nicht nur darum, wie viele Stunden sie am Computer verbringen. Wir möchten auch verstehen, welche Rolle das Spielen oder Surfen für sie spielt. Was macht es so attraktiv? Was gibt ihnen die Zeit am Computer? Und gibt es Phasen, in denen sie weniger Zeit online verbringen? Wenn ja, was ist dann anders?
Solche Gespräche helfen uns, die Situation besser zu verstehen und gemeinsam nach Ansatzpunkten für Veränderungen zu suchen. Dabei begegnen wir unseren Klient*innen ohne Vorwürfe. Denn wenn jemand viel Zeit am Computer verbringt, hilft es wenig, die Nutzung einfach zu verurteilen oder nur auf das zu schauen, was im Alltag liegen bleibt.
Gemeinsam einen anderen Umgang finden
Unser Ziel ist nicht, dass jemand ganz auf Computer und Internet verzichtet. Digitale Medien können schließlich auch Kontakte ermöglichen und zum Leben dazugehören. Es geht darum, einen Umgang damit zu finden, der auch andere wichtige Bereiche des Alltags berücksichtigt.
Dafür überlegen wir gemeinsam mit unseren Klient*innen, was sich verändern soll und welche Schritte realistisch sind. Wir können beispielsweise medienfreie Zeiten vereinbaren oder nach Aktivitäten suchen, die neben dem Spielen wieder mehr Platz bekommen sollen. Manchmal braucht es auch einen Wochenplan, der feste Aufstehzeiten, Termine und Aufgaben im Haushalt berücksichtigt. Wenn jemand Kontakte außerhalb von sozialen Medien oder Online-Spielen kaum noch pflegt, sprechen wir darüber, wie sich diese wieder aufbauen oder erhalten lassen.
Wir schauen regelmässig gemeinsam darauf, wie die Vereinbarungen im Alltag funktionieren. Was funktioniert bereits gut? Wo gibt es Schwierigkeiten? Und was braucht es, damit ein Vorhaben beim nächsten Mal besser gelingt? Dabei sprechen wir auch über Rückschläge und passen Absprachen bei Bedarf an.
Dranbleiben, auch wenn es schwierig wird
Veränderungen brauchen Zeit. Manchmal stoßen Gespräche über die Computernutzung zunächst auf Widerstand. Andere Aktivitäten erscheinen vielleicht wenig reizvoll, und vereinbarte Zeiten einzuhalten, fällt nicht immer leicht. Umso wichtiger sind eine wertschätzende Haltung, klare Absprachen und Verlässlichkeit. Wir nehmen unsere Klient*innen ernst und bleiben mit ihnen im Gespräch.
Wenn die intensive Computernutzung den Alltag stark beeinträchtigt, kann auch weitere Hilfe sinnvoll sein. Wir begleiten Klient*innen bei Bedarf zur Suchtberatung oder helfen ihnen dabei, eine passende therapeutische Unterstützung zu finden.
Wie diese Begleitung im Alltag aussehen kann, zeigt der zweite Teil. Darin geht es um einen Klienten, der täglich mehrere Stunden am Computer spielt und gemeinsam mit seinem Bezugsmitarbeiter daran arbeitet, seinen Tagesablauf besser zu strukturieren.