8. Oktober 2026 Carolin, bearbeitet von Ursi Zambrino

Angst verstehen und Menschen nicht darauf reduzieren (Teil 1)

Du kennst das vielleicht: Du hast einen Termin vor dir und merkst schon am Morgen, dass du nervös wirst. Dein Herz schlägt schneller. Du gehst im Kopf immer wieder durch, was passieren könnte. Vielleicht überlegst du sogar, ob du den Termin nicht einfach absagen solltest.

Solche Momente kennen viele Menschen. Angst gehört zum Leben dazu. Sie kann uns sogar schützen, weil sie uns aufmerksam macht und uns hilft, auf eine Gefahr zu reagieren. Schwierig wird es, wenn die Angst immer mehr Raum einnimmt. Wenn jemand bestimmte Situationen vermeidet, sich kaum noch etwas zutraut oder der Alltag zunehmend von Sorgen und Anspannung bestimmt wird. Dann kann eine Angststörung dahinterstecken.

Wann wird aus Angst ein Problem, bei dem ein Mensch Hilfe braucht? 

Bei der Assistenz im Wohn- und Sozialraum von Fortis e. V. wenden sich Menschen an uns, wenn Ängste ihren Alltag einschränken. Vielleicht fällt es ihnen schwer, allein das Haus zu verlassen. Vielleicht werden bestimmte Wege oder Termine vermieden. Oder alltägliche Dinge werden plötzlich zu einer großen Herausforderung.

In persönlichen Gesprächen, im Wohnumfeld der*s Klient*in oder bei uns an einem der Standorte im Landkreis Böblingen schauen wir gemeinsam hin: Was macht Angst mit der Person? Wie zeigt sie sich und in welchen Situationen oder zu welchen Anlässen? Welche Situationen werden vermieden? Was könnte helfen, damit der Alltag (wieder) ein Stück leichter wird?

Wie gehen wir in unserer Arbeit mit der Angststörung um?

Uns geht es nicht einfach darum, einem Menschen die Angst zu nehmen. Wir möchten verstehen, was hinter der Angst steckt, und gemeinsam herausfinden, was für diese Person hilfreich sein kann. Schließlich geht jeder Mensch anders mit der Angst um. Basis ist natürlich erst einmal unser Fachwissen. Aber genauso wichtig ist es, dass wir mit der*m Klient*in Vertrauen aufbauen, eine gute Beziehungsarbeit leisten. Die Person soll sich sicher fühlen, so dass es möglich ist, sich auf schwierige Situationen einzulassen.

Was bedeutet dies? Genau hinsehen, zuhören und gemeinsam schauen, welche Schritte sinnvoll sind. Wir richten den Blick dabei auf den ganzen Menschen, nicht nur die Angst. Was kann jemand schon gut? Welche Fähigkeiten bringt er oder sie mit? Und wo wird gerade Hilfe gebraucht?

Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir im zweiten Teil anhand einer Situation aus dem Alltag mit einer Angststörung.

Für unseren Blog nutzen wir unterschiedliche Quellen. Wir übernehmen keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit der Inhalte der Quellen.

Wichtiger Hinweis

Wenn du dich in dieser beschriebenen Situation wiederfindest oder du weitere Informationen benötigst, melde dich gern bei unserer Kontaktstelle.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM):
ICD-10-GM Version 2026, Kapitel F40–F48, insbesondere F41.- „Andere Angststörungen“.
Offizielle ICD-10-GM 2026 des BfArM

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) / Gesundheitsinformation.de:
Informationen zu Angststörungen, Symptomen und deren Auswirkungen.
Gesundheitsinformation.de – Generalisierte Angststörung

 

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